Bob Heymer - Inhaber der "Weißen Rose"
Später wurde daraus die Blockhütte

 

Bobs Fiasko in der "Weißen Rose"

Gerichtliches Nachspiel endet mit Freispruch

Das geschäftliche Fiasko des 39jährigen ehemaligen Pächters der Tanzgaststätte "Weiße Rose" neben der alten Wolkenweher ühle hattejetzt ein gerichtliches Nachspiel. Das Ahrensburger Schöffengericht sprach den wegen Betruges angeklagten Wirt mangels Beweisen frei.

Anfang 1964 hatte der Angeklagte mit viel Optimismus und wenig Geld das Lokal übernommen. Er hoffte, mit heißer Musik und Schlager- und Sängerwettbewerben genügend Gäste anlocken zu können. Diese Hoffnung erfüllte sich auch. Die Jugend kam zu "Bob", wie er sich nannte, weil bei ihm immer etwas los war.Dennoch ging die Rechnung nicht auf, denn der Verzehr ließ zu wünschen übrig. Die Jugend tanzte viel, trank aber wenig. Bobs Schulden bei der Brauerei wuchsen auf 4.200 DM an. Seine Verpflichtungen gegenüber einem Spirituosenlieferanten und den Stadtwerken erfüllt er nicht. Als er die Pacht nicht mehr zahlen konnte, kündigte der Besitzer den Pachtvertrag fristlos.

Das war die Situation am 1. Februar 1965. Was tat der gescheiterte Gastwirt?Er verschwand. Zurück ließ er rund 7000  DM Schulden.

Erst nach mehr als einem Jahr faßte ihn die Staatsanwaltschaft. Sechs Wochen saß er in Untersuchungshaft. Als er entllassen wurde, sollte er sich laufen bei dere Polizei melden. Weil er das nicht tat, wurde er vor acht Wochen erneut verhaftet. In der Verhandlung kam das Gericht zu der Auffassung, daß Betrug im straftrechtlichen Sinne nicht nachzuweisen sei. Der Brauerei und dem Spirituosenlieferanten seien bekannt gewesen, daß der Angeklagte ohne Mittel gewesen sei. Die Stadtwerke hätten, als der Gastwirt in Verzug geriet, den Strom sperren können.

Stormarner Tageblatt vom 14.11.1966