The Loosers

The Loosers - die Verschlampten, das hatte man sich ausgedacht - und einen 14jährigen Gitarristen ohne Gitarre in die Band gelockt. Irgendwie fügte sich dann doch alles zusammen, und Verstärker vom Versandhaus Quelle wurden durch Markenartikel ersetzt, auch wenn der Sologitarrist dann über den Fender Bassmann spielte, weil es den gebraucht gerade günstig gab.

Die Wurzeln der Loosers lagen bei Wilfried Scheibe, Gesang, Thomas "Törti" Kirsch, Schlagzeug, und Karl Heinz Carstens, Baß, zu denen zunächst Roland "Arndi" Arndt, Sologitarre, und dann der junge Manfred "Jestli" Jestel stießen. Seltsamerweise wurde die Schülerband durch schlagkräftige Rocker unterstützt. Sie sorgten dafür, daß der Band kein Haar gekrümmt wurde und bei den Beatfestivals auch alle Stimmzettel richtig ausgefüllt wurden.

 

 

Als ein Herr Dammann das Management der Band übernahm und eine Finnland-Tournee und eine Plattenproduktion in Aussicht stellte, wähnten sich "The Loosers" schon im siebten Himmel. Doch die Tournee platzte, das Band lag im Teldec-Studio in der Hamburger Osterstrasse, weil Herr Dammann nicht gelöhnt hatte.. Roland Arndts Vater zahlte dann die Studio- und Preßkosten, und so konnten die Loosers 500 Singles unter die Leute bringen - was ihnen jedoch nur zu einem Bruchteil gelang.

Rolands Vater, der war schon ein geduldiger. So oft er auch die Sicherungen im eigenen Haus rausdrehte, weil die Jungs im Keller partout nicht leiser spielen wollten, so oft schraubte Roland sie wieder rein. Manfred Jestel:"Dieses Ekstasegefühl bei der Musik, das war ja so wichtig. Dafür reichte schon eine Probe. Auch auf der Bühne habe ich nie für das Publikum gespielt, sondern immer nur für mich. Dieses Gefühl und die mit der Band verbundene Freundschaft, das machte die Beatmusik so wichtig für mich."

Thomas Kirsch war erst 15 und Manfred Jestel gerade mal 14, und das gab natürlich Komplikationen mit dem späten Nachhausekommen. Besonders Vater Jestel war streng, aber Sohn Manfred hat durchsetzen können, daß er selbst an seinem Konfirmationstag zu einem Auftritt abrücken durfte. Es ist ihm heute noch nicht klar, wie das gelang. Manfred Jestel: "Bei einem Gig auf dem Land mußte ich früher nah Hause, nach der zweiten Serie, weil ich nicht länger durfte. Die Band hat noch weiter gespielt, mich hat ein Motorradfahrer heimgebracht. Wenn ich nach Hause kam, dann mußte ich mir die Haare nach hinten kämmen, von wegen Beatle-Frisur."

 

Die Platte ist heute ein Kultteil - ganz einfach strukturiert,

aber voll im Sound. Roland Arndt: "Wenn schon eine Platte, dann auch eine Eigenkomposition. Wir haben ja einiges geschrieben. Den Text hat die Schwester von Wilfried Scheibe gemacht, da wird eine Strophe immer wiederholt."

Die Band war interessant zusammengesetzt. Manfred Jestel war der beste unter den Musikern: "Ich war ja einer der Macher, ich war der Gitarrst, der am meisten konnte. Ich habe dem Sologitarristen einiges gezeigt, dem Bassisten sämtliche Baßläufe. Darum wollte ich Rhythmusgitarre spielen, weil ich meinte, Akkorde zu spielen und so viele Töne gleichzeitig zu greifen, sei schwieriger."

Anfang 1967 verließen Thomas Kirsch und Karl Heinz Carstens die Band. Es wurde zwar ein Ersatzschlagzeuger gefunden, aber kein Bassist. So reduzierte sich Manfred Jestel für ein Dreivierteljahr auf vier Seiten. Dann war es vorbei mit "The Loosers".